Heute möchte ich Euch ein ganz besonders zauberhaftes Plätzchen in Berlin zeigen. Xenia hat hier ihren 350 qm großen Schrebergarten und öffnet heute ihre Pforten für uns. Tretet herein und staunt! Lasst Euch aber zunächst von Xenia ihre ganz eigene wundervolle Gartengeschichte erzählen und wie die beiden überhaupt zueinander gefunden haben: “Wie die Jungfrau zum Kind” würde man sagen, kam ich vor 16 Jahren zu meinem 350 qm großen Schrebergarten in Berlin-Wilmersdorf. Ich lebte bis dahin in meinem Werbeagenturalltag, immer gut manikürt, ein Stadtkind durch und durch. Doch dann wurde mir plötzlich, direkt um die Ecke meiner Wohnung, ein Garten angeboten. Ich hörte mich “Ja” sagen, lief in die nächste Buchhandlung, erwarb einen Koffer voll Gartenbücher und konnte kurze Zeit später die Pflanzpläne von Great Dixter runterbeten und irritierte meine Freunde mit detaillierten Ausführungen zu den Vorlieben seltener Leberblümchen-Sorten. Zum Glück war mein Daumen so grün wie meine neue Sehnsucht nach dem neuen Paradies. Ich wollte Pflanzen meiner Kindheit an der See, den Duft von Rosa rugosa tief in mich aufsaugen können, auf jeden Fall Obst und Gemüse, das wirklich schmeckt, und vor allem den Eindruck von Üppigkeit. Florale Schätze vom Waldesrand sollten ebenfalls bei uns wachsen: Christrosen, Akeleien, Sterndolden, Alpenveilchen, Walderdbeeren, Fingerhut, Storchschnäbel, Clematis. Und Rosen. Ein kleines Büchlein “Romantische Rosen” von Marion Nickig und Heide Rau wurde mir zum Verhängnis. Was entstanden ist, ist ein Fleckchen Erde in der Großstadt, das meine Familie und mich rund ums Jahr nach draußen treibt, uns erdet und glücklich macht. Auch oder vielleicht gerade weil nicht immer alles nach Plan läuft, auch die Schnecken, das Wetter und natürlich die pflanzlichen Bewohner ihren eigenen Willen haben. Unser Garten schmeichelt Auge, Nase und Gaumen, bedeutet Freude und Erfüllung, Heimat und unserer Tochter hoffentlich ein Stück erinnerungswürdiger Kindheit. Dafür kämpfe ich, dafür blogge ich inzwischen. Denn unser Garten ist, wie so viele Schrebergärten in Berlin, von den Planierraupen bedroht. Schon zweimal haben wir die Kündigung erhalten, aber wir machen weiter. Die Hoffnung und die Liebe zum Garten sterben zuletzt. Mein Garten bedeutet mir alles.” Die Geschichte von Xenia und ihrem Garten ist mir sehr nah gegangen – kaum jemals habe ich soviel innere Zufriedenheit, pures Gartenglück und das Auflebenlassen von Kindheitserinnerungen gespürt, wie in ihrem kleinen Gartenreich. In jedem Winkel dieses Gartens schwingt ein Hauch Nostalgie mit – findet Ihr nicht auch? Erinnerungen an Kindertage werden wach, Tüten voller Süßigkeiten, nackte Füße, wilde Klettereien und selbst angerührte “Blumensuppen”. Endlose Stunden des Glücks und der Unbeschwertheit… Gerade das Wilde und Ungestüme verzaubert in diesem Garten ganz besonders. Liebe Xenia, wir danken Dir von Herzen für Deine wundervolle Gartengeschichte, Deine zauberhaften Fotos und den ans Herz gehenden Einblick in Deinen grandiosen Gartentraum. Und wir drücken Dir natürlich alle ganz fest die Daumen, dass dieses kleine Reich noch lange Euer Zufluchtsort zum Entspannen und Werkeln sein kann. Xenia freut sich bestimmt über viele Besuche von Euch auf ihrem wundervollen Blog. Wer mag, kann übrigens immer noch in die Lostrommel für meine aktuelle Buchverlosung hüpfen. Hier geht’s lang…

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